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Project
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Ein Kloster in Burgund
"Cluny I und Cluny II als virtuelles Experiment"
Computeranimation
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Description
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Als Zentrum der bedeutendsten monastischen Reformbewegungen des
Hochmittelalters hat die ehemalige Benediktiner-abtei Cluny in Burgund,
die bald nach ihrer Aufhebung in den Jahren 1798 bis 1814 abgebrochen
wurde, entscheidend die Kirchenpolitik aber auch die klösterliche
Baukunst des westlichen Abendlandes mitbestimmt.
Von der ersten Niederlassung - 910 von Wilhelm dem Frommen,
Herzog von Aquitanien (reg. 886-918) gegründet - ist kaum etwas
bekannt. Auch über das Aussehen der wenige Jahrzehnte später
errichteten größeren Anlage von Cluny II ist man nur durch
archäologische Grabungen informiert. Zumindest aber vom dritten
Umbau des Klosters, der ab 1088 begonnen wurde, sind heute noch einige
Baureste im Stadtbild von Cluny, wie einen Turm, der zum Südflügel
des großen Querhauses der dritten Kirche gehörte, zu erkennen.
Trotz des spärlich überlieferten Quellenmaterials wurde
dennoch versucht, die Anfänge des Klosters zu visualisieren,
dessen dritte Kirche während des gesamten Mittelalters - bis zum
barocken Neubau von St. Peter in Rom - die Größte des
westlichen Abendlandes bleiben sollte.
Grundlage für die simulationsgestützte Rekonstruktion
der Klosteranlagen von Cluny I und Cluny II sind die umfangreichen
Forschungsarbeiten und die bauarchäologischen Untersuchungen von
Kenneth John Conant. Unter Einbeziehen der topographischen Gegebenheiten,
des Wissens um das benediktinische Klosterleben und der historischen
Sachkultur konnte ein Vermutungswissen visualisiert werden, das die
Situation eines Klosters im 10. Jahrhundert in Burgund widerspiegelt.
Die erste Klosteranlage von Cluny bestand zumindest aus einer
einschiffigen in Stein errichteten Saalkirche. Die Klausurgebäude
des abgeschlossenen Klosterbezirks dürften von einfachen
Wirtschafts- oder Siedlungsbauten umgeben gewesen sein, welche die
tägliche Versorgung gewährleisten sollten. Die interne
Anordnung der Trakte, wie die des Kreuzganges oder die der
Unterkünfte der Mönche, folgten in der Rekonstruktion dem
Schema des St. Gallener Klosterplans, einer um 820 entstandenen
Architekturzeichnung. Die Anlage der Bauten außerhalb der
Klostermauer und deren Darstellung basiert zum Großteil auf
Annahmen.
Unter Abt Maiolus wurde diese Klosterniederlassung erneuert. Zwischen
954 bis 981 entstand südlich der ersten Kirche der wesentlich
größere und aufwendigere Bau von Cluny II. Die
durchgeführten Grabungen lassen eine zumindest doppelt so
große Klosterkirche erkennen. Cluny II besaß ein
dreischiffiges Langhaus mit weit ausladendem Querschiff mit Apsiden,
im Westen eine Vorkirche und davor ein Atrium mit offener
Eingangshalle. Über der Vierung und an den Westecken der
Vorkirche waren Türme angebracht und an das langgestreckte
Presbyterium mit halbrunder Apsis schlossen Nebenkapellen an, denen
im Osten ebenfalls Apsiden vorgelagert waren. Der chorus maior, der
Mönchschor, befand sich in der Vierung, westlich anschließend
war der chorus minor, der Chor für die alten und kranken
Mönche. Die Fundamentreste von Strebepfeilern an Apsis, Querarm
und Langhaus weisen auf eine Wölbung hin, die vermutlich erst
etwas später ausgeführt wurde. Vor allem die gestaffelte
Chorlösung und die Akzentuierung des Westbereiches durch
Türme hatte in der mittelalterlichen Baukunst weitreichende
Vorbildwirkung. Die digitale Visualisierung dieser zweiten Bauphase
ermöglicht eine Wiedergewinnung bereits verloren gegangener
räumlicher Phänomene, die über den bekannten
Fundamentresten hochgezogen wurden. Die simulationsgestützte
Rekonstruktion erlaubt eine "virtuelle Begehbarkeit" der Kirche durch
das Atrium, die Vorkirche, den Laienchor, den Mönchschor oder
durch die in strenger Klausur liegenden Klostergebäude, Orte,
die der Öffentlichkeit nie zugänglich waren. Varianten der
Stein- und Holztexturierung, die vorwiegend aus überlieferten
Fußboden- und Wandfragmenten anderer zeitgleicher Bauten
übernommen wurden, basieren auf einem Vermutungswissen. Das
Experimentieren mit der Farbgebung, der atmosphärischern
Gestaltung mit Lichtführung und Beleuchtung steigern den
Erlebniswert der Animation, der zudem durch akzentuiert eingesetztes
Sound-Design unterstrichen wird.
Literatur: Kenneth John Connant, Les églises et la maison du
chef d'ordre, Cambridge, Mass. 1968
A Monastery in Burgundy
Cluny I and Cluny II as a virtual experiment
The Cluny Monastery, founded in Burgundy in the year 910, is
where the reform of the Benedictine monastic life started and
also where, during the 11th century, the offensive
policy of the church was initiated. Soon after the erection of
the church and the monastery building, these structures were
no longer able to accommodate the massive number of monks
joining the order and, as a result, a second, considerably
larger and more costly monastery was built south of the first church.
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Client
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NÖ Landesregierung, Abteilung Kultur und Wissenschaft
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Team
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Hans Peter WALCHHOFER, Ing. Dipl.-Ing. Dr.; Projektleitung
* 1958 in Wagrain, Salzburg; Studium der Raumplanung an der TU Wien,
Vertr.-Ass. TU Wien, Inst. für Örtliche Raumplanung seit 1994,
Gründung ArGe Projekte 1993; Schwerpunkte: Kommunale
Gestaltungsplanung, Niedrigenergiestrukturen
Rainer MAYERHOFER, Dipl.-Ing. Dr.; * 1939; Studium der Architektur
an der TU Wien, freischaffender Architekt seit 1969, Vertr.-Ass.
TU Wien, Inst. für Örtliche Raumplanung seit 1980,
Gründung der ArGe Projekte 1993; Schwerpunkte: Bebauungsplanung,
Stadtgestaltung
Andreas VOIGT, Dipl.-Ing. Dr.; * 1962 in Linz, Oberösterreich;
Studium der Raumplanung an der TU Wien, Vertr.-Ass. TU Wien, Inst.
für Örtliche Raumplanung seit 1986, Gründung ArGe
Projekte 1993, Schwerpunkte: Simulationsgestützte Räumliche
Planung, raumbezogenes Qualitätsmanagement
Friedrich MOSER, em.Univ.Prof. Arch. Dipl.-Ing. Dr.; * 1926
Spittal/Drau; Studium der Architektur an der TH Graz, Stadtplaner,
O.Univ.Prof. an der TU Wien, 1989 - 1992 Rektor der TU Wien; Schwerpunkte:
Stadtplanung, Stadtgestaltung, Visualisierung
Philipp KREBS, Dipl.-Ing.; * 1968 in Horn, Niederösterreich;
Studium der Raumplanung an der TU Wien, Univ.Lektor an der TU Wien und
der Bauhausuniversität Weimar (1998/99), Selbständiger
Filmproduzent "Raum-Film", ORF-Mitarbeiter; Schwerpunkte: visuelle
Wahrnehmung, filmische Evaluierung von raumplanerischen Prozessen
Barbara SCHEDL, Mag. Dr.; * 1964 in Wien; Studium der Kunstgeschichte
an der Universität Wien, seit 1995 Mitarbeiterin am Institut
für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit
der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Univ.Lektor
an der Universität Wien; Schwerpunkte: Architektur des Mittelalters
Georg KLEIBER; * 1962 in Wien; Univ.Lektor an der Kunstuniversität
Linz, Vertragsbediensteter TU Wien, Selbständige Tätigkeit;
Schwerpunkte: Animation, CAD, Datenbanken
Helmut HÜRNER, Cand.-Ing.; * 1974 in Amstetten, Studium der
Architektur an der TU Wien, Schwerpunkte: Digitale Modellierung (CAD),
3D-Design
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Duration
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11/1999 - 04/2000
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Tools
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Software: ArchiCad 6.0 (Modellierung),
Photoshop 5.0.2 (Bildbearbeitung), Blender 1.73 (Animation)
Animation besteht aus 217 Einzelobjekten, 60.000 Punkten,
83.000 Flächen, 25 MB Texturen und ca. 6.800 Einzelbildern
Bildgröße: 720/576, ca. 1,1 MB
Anzahl der Bilder/sec.: 25
Animationdauer ca. 6 Minuten
Gesamtrechenzeit der Bilder: ca. 150 Stunden
Gesamtdatenmenge: ca. 7,5 GB
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